Day 1042-1048 - It’s good to be back
12 years ago I spent half a year in the Central Region of Ghana for an internship with the German Development Cooperation (GIZ, back then it was GTZ) conducting a study on local value chains that later turned into an integral part of my final thesis in university.
It was my first time in Africa and at times it was quite overwhelming. All the extrovert people around me, behaving so differently from what I was used to. The viual explosion of colours, intense smells in the markets and stench of waste rotting in the open gutters. There was never a quiet moment without music blasting from crackling speakers blending in with traffic noise and the myriad of street vendors peddling their wares. And last but not least working in an environment were people have a totally different approach to getting things done. So, there was lots to observe, to learn and to figure out. Luckily, I had the best boss I could ever hope for and some wonderful colleagues that made sure I had a fantastic time while learning alot about Ghana, development cooperation and life in general.
Unfortunatelly none of the people I spend my time with back than are here any longer. Ali, who runs the Oasis Guesthouse in Cape Coast where I was staying most of the time is still here but sadly we didn’t coincide because he was away on holidays. It was still nice to take a walk down memory lane and visit some of the places I had come to like so much.
Out of all West African countries, Ghana is probably the one that sees most tourism and voluntourism (usually girls in their early twenties doing volunteer work at orphanages, schools, etc.). So I suppose that Ghanians are used to seeing white people in the streets from time to time. But somehow they seem to get a kick out of shouting „Obruni!“, the Fante and Twi term for white person, at everyone with fair skin. It’s not offensive or mean or anything, it’s more like „Hey! I acknowledge your presence!“ and often it’s followed by „How are you?“, „Come here!“ or „Give me money!”. To be constantly reminded of being the only white person around does get old after a while, but I’m not bothered by it. It’s just funny thinking what it would be like in the reverse case. If I would be walking through the streets of Berlin shouting „black person“ (or the corresponding term „Obibini“) at every African I see. I don’t think this would go down well.
I’m not going to bore you with more stories about horrible african traffic. It hasn’t changed much. It’s not as bad as in Nigeria but bad enough to take all the fun out of riding. Now that I think about it, it’s been a while since we last enjoyed riding our bikes. But here’s a truth, long term overland travelling is not all fun and games. And that applies to pretty much every aspect of it. Be it dangerous traffic, mechanical problems, health issues, missing the comforts of home, friends and family, lousy accomodation, failing electricity and water, crappy internet, a lean period in the culinary department or feeling irritated due to the sometimes extremely steep gap between our own culture and the ones we’re diving into. Travelling can be hard work sometimes and we have plenty of „what the heck are we doing here“-moments. But then there’s all the wonderful, interesting and thought-provoking moments, fortunate encounters, beautiful places, amazing people and memorable experiences that outweigh all the strains and make it all worth it. So don’t get me wrong…I’m not complaining : )
Joey
Tag 1042-1048 - Schön wieder hier zu sein
Vor 12 jahren habe ich ein halbes Jahr in der Central Region Ghanas verbracht und bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ, damals noch GTZ) ein Praktikum absolviert. Während dieser Zeit habe ich eine Studie zu lokalen Wertschöpfungsketten durchgeführt, die später auch wichtiger Bestandteil meiner Diplomarbeit wurde.
Es war mein erstes Mal in Afrika und manchmal doch recht überwältigend. Die vielen extrovertierten Menschen um mich herum, die sich ganz anders benahmen als das was ich gewohnt war, die visuelle Explosion von Farben, die intensiven Gerüche auf den Märkten und der Gestank von vergammelnden Abfall in der offenen Gosse. Es gab nie auch nur mal einen ruhigen Moment, ohne laute Musik die von knackenden Lautsprechern plärrt und sich vermischt mit Straßenlärm und den unzähligen Strassenverkäufern die ihre Waren anpreisen. Und nicht zuletzt die Herausforderung eine Studie durchzuführen in einer Gesellschaft die eine recht unterschiedliche Herangehensweise an Arbeit hat als wir. Es gab also reichlich zu beobachten, zu lernen und zu ergründen. Glücklicherweise hatte ich den besten Chef den ich mir hätte wünschen können und ein paar wunderbare Kollegen die alles daran setzten, dass ich eine fantastische Zeit hatte in der ich unheimlich viel über Ghana, Entwicklungszusammenarbeit und das Leben als solches lernen konnte.
Leider sind die Menschen mit denen ich damals meine Zeit verbracht habe nach so vielen Jahren nicht mehr hier. Ali, der in Cape Coast das Oasis Guesthouse führt, wo ich den Grossteil meines Aufenthalts gewohnt habe ist zwar noch da, war aber leider gerade auf Urlaub. Aber es war trotzdem toll ein bisschen in schönen Erinnerungen zu schwelgen und Orte zu besuchen die mir damals ans Herz gewachsen waren.
Von allen westafrikanischen Ländern sieht Ghana wahrscheinlich die meisten Touristen und Voluntouristen (i.d.R. Mädels in den frühen Zwanzigern die in Kinderheimen und Schulen als Voluntäre arbeiten). Man könnte also davon ausgehen, dass die Ghanaer daran gewöhnt sind ab und an weisse Gesichter in den Strassen zu sehen. Aber anscheinend macht es ihnen unheimlich viel Spaß jedem hellhäutigen Passanten „Obruni“, den Fante- und Twi-Begriff für Weißer, entgegen zu rufen. Das ist nicht böse oder abwertend gemeint, es ist vielmehr ein „Hey! Ich hab dich gesehen!“. Meistens schieben sie gleich noch ein „Wie geht’s?“, „Komm mal her!“ oder „Gib mir Geld!“ hinterher. Permanent auf diese Art daran erinnert zu werden, dass man die einzige weiße Person ist, ist zwar mit der Zeit etwas ermüdend, aber stört mich eigentlich nicht. Es ist nur lustig, wenn ich mir vorstelle wie es anders herum wäre. Wenn ich durch die Straßen Berlins laufen würde und jedem Afrikaner den ich sehe „Schwarzer“ (oder eben „Obibini“ in Fante und Twi) zurufen würde. Ich glaube das käme nicht so gut an.
Ich werd euch jetzt nicht mit noch mehr Geschichten vom schrecklichen afrikanischen Verkehr langweilen. Es hat sich nämlich nichts geändert. Es ist zwar nicht mehr so schlimm wie in Nigeria, aber immer noch schlimm genug um uns jeglichen Fahrspaß zu nehmen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, ist es schon ziemlich lange her, dass wir das letzte Mal Freude am Motorradfahren hatten. Aber Langzeitreisen ist eben nicht immer nur schön und manchmal richtig harte Arbeit. Und das trifft für so ziemlich jeden Aspekt davon zu. Sei es gefährlicher Verkehr, mechanische oder gesundheitliche Probleme, kulinarische Durststrecken, miserable Unterkünfte, grausam langsames Internet oder Wasser- und Stromversorgung die öfter nicht funktionieren als das sie funktionieren. Auch der Verzicht auf die Annehmlichkeiten eines Zuhauses und die Entfernung zu Familie und Freunden sind manchmal nicht leicht. Und die gelegentlich recht tiefe Kluft zwischen unser eigenen Kultur und denen in die wir eintauchen zu überwinden bleibt eine konstante Herausforderung und sorgt regelmäßig für Irritation. Aber dann gibt es die vielen vielen wunderbaren, interessanten und nachdenklich machenden Momente, glückliche Fügungen, wunderschönen Orte, tollen Menschen und unvergessliche Erlebnisse für die es sich immer wieder lohnt. Also versteht mich nicht falsch…Ich beschwer mich nicht : )
Joey